An einer Medienkonferenz in
Aarau hat der Präsident des VeV, Oliver Hunziker heute
die Eröffnung des ersten Väterhauses der Schweiz bekannt
gegeben.
Kantonale
Polizeistatistiken belegen es seit Jahren – der Trend zu
immer mehr männlichen Opfern von häuslicher Gewalt ist
unübersehbar. Zunehmend trauen sich auch Männer, über
ihre Erfahrungen zu sprechen und seit der Einführung der
Gewaltschutzgesetze nimmt die Polizei immer häufiger
auch prügelnde Frauen mit.
Trotzdem
gibt es bis heute ausschliesslich Hilfsangebote für
gewaltbetroffene Frauen und noch kein einziges Angebot
für Männer. Väter, die ihren Kindern zuliebe in
Gewaltsituationen verbleiben, Männer die nicht wissen,
wohin sie sich wenden sollen – Ihnen konnte bislang
durch Opferhilfsstellen nur beratend geholfen werden,
echte Alternativen fehlten vollständig.
“Entweder ist jemand ein Opfer, oder er ist ein Mann“
– mit diesem Zitat des deutschen Gewaltforschers Hans
Joachim Lenz eröffnete der Präsident des VeV Schweiz,
Oliver Hunziker die heutige Medienkonferenz in Aarau.
Mit „ZwüscheHalt“
geht der VeV nun einen mutigen Schritt voran.

Das heute
vorgestellte Projekt umfasst eine
Vollzeitberatungsstelle für Väter in schwierigen
Trennungs- und Scheidungssituationen, aber auch ein paar
Zimmer, für Väter, die eine Auszeit – einen Zwischenhalt
eben – brauchen, oder aber mit samt ihren Kindern vor
der gewalttätigen Partnerin flüchten möchten.
Das Haus,
welches zentral zwischen den Grosstädten Bern, Basel,
Zürich und Luzern im Kanton Aargau liegt, bietet bis zu
10 Personen Unterschlupf. Für Tagesbetreuung ist ebenso
gesorgt, wie für fachkundige Beratung über das weitere
Vorgehen. Ein Ring von Fachleuten steht bereit, um bei
Bedarf einzugreifen und weiterführende Beratungen an zu
bieten.
Nicht
zufällig hat der VeV den heutigen Tag ausgewählt, für
die Bekanntgabe seines Projektes, ist doch der 20.
November der UNO-Kinderrechtstag.
„Zuerst
kommen für uns die Kinder“ sagt Oliver Hunziker, und
betont, dass es viele Fälle gebe, in welchen der
besonnenere Elternteil eine Zuflucht brauche, um nicht
zuletzt die Kinder durch die schwierige Situation zu
bringen. Oliver Hunziker betont, dass im Prinzip auch
Platz für Frauen vorhanden ist, welche sich in der
gleichen Situation befinden.
André
Müller, der designierte Leiter des ZwüscheHalt ergänzt:
„Wir sehen unser Angebot nicht im Graben des
Geschlechterkampfes, vielmehr möchten wir unseren Gästen
die nötige Ruhe und Distanz verschaffen, um
anschliessend gemeinsam mit der Partnerin nach Lösungen
zu suchen.“ Das oberste Ziel des VeV war und ist die
gemeinsame Elternschaft – so lautet auch der Grundsatz
des Vereins „Kinder brauchen beide Eltern“
Und aus
diesem Grund ist auch der
ZwüscheHalt eben genau das – eine befristete Lösung
für Väter und ihre Kinder, ein Ort an welchem die
nächsten Schritte in Ruhe geplant werden können.
Das
Angebot wurde den zuständigen Fachstellen bei Polizei
und Opferhilfe kürzlich vorgestellt und fand grosse
Beachtung und Anerkennung. Man zeigte sich erfreut, über
die Erweiterung des Angebotes und ist gerne zur
Zusammenarbeit bereit. Erste Gespräche laufen auch
bereits mit dem aargauischen Frauenhaus, mit dem Ziel,
das Angebot breit zu vernetzen und abzustützen.
Geplant
ist auch eine Ausweitung der Trägerschaft auf weitere
Personen und/oder Organisationen. Dazu Oliver Hunziker:
„Wir können uns gut vorstellen, eine separate
Trägerschaft für den ZwüscheHalt zu gründen, zusammen
mit Partnern aus den entsprechenden Fachgebieten.“
Zunächst wird das Haus aber als Pilot geführt und erste
Erfahrungen gesammelt.
Am 10.
Dezember wird der
ZwüscheHalt eröffnet - auch dies kein Zufall, ist es
doch der UNO-Menschenrechtstag. So verbindet der VeV
seine beiden wichtigsten Anliegen mit der Wahl dieser
symbolischen Daten.
ZwüscheHalt wird auf privater Basis durch den VeV
geführt und auch finanziert. Die Finanzierung ist für 12
Monate gesichert, Bestrebungen für weitere Unterstützung
sind im Gange, der Verein ist aber
auch auf Spenden angewiesen.